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Die schlafende Schöne - Rumänien, wie es nur wenige Touristen kennen (Teil 1)


Urlaub machen in Transsilvanien? Unbedingt sogar! Die geografische Mitte Rumäniens ist (noch) ein echter Geheimtipp, insbesondere für Natur-Junkies. In insgesamt drei Blogposts berichte ich Euch in den nächsten Monaten von den bezauberndsten Regionen Siebenbürgens.


Transsilvanien? Unbedingt!

Meine erste Berührung hatte ich mit Siebenbürgen, Transsilvanien oder Erdely vor mehr als zwölf Jahren. Mir begegnete damals ein sympathisches aber auch raues und teils rückständiges Land. Die Natur ist urwüchsig und unverfälscht. In den meisten Ortschaften geht es geschäftig zu. Einige Dörfer im Umkreis wirken herrlich verschlafen, beinahe, als wäre die Zeit vor einhundert Jahren stehengeblieben. Hinter den sieben Bergen bei den Siebenbürgern werdet Ihr auf freundliche und neugierige Einwohner, schwindelerregend hohe Gebirge und sich abenteuerlich windende Straßen treffen. Als Bonus kreuzt während Eures Roadtrips vielleicht der ein oder andere frei lebende Bär Euren Weg.



4 Dinge, die Ihr auf jeden Fall in Rumänien erleben solltet:

In Siebenbürgen befinden sich die touristischen Filetstücke des Landes. Hier dürft Ihr:


  • die Ruhe und Abgeschiedenheit der weiten Natur suchen.

  • Bären in ihrem eigenen Lebensraum beobachten.

  • Euch eine günstige Wellness-Behandlung in der Kurstadt Sovata gönnen.

  • dem Mythos Graf Draculas erliegen.



Triptipp

So ein großes Land, so viel zu entdecken. Ich möchte Euch einige spezielle Fleckchen beschreiben, die zum Teil noch nicht von ausländischen Touristen überlaufen sind.

  • Die kleinen Kur-Ortschaften Praid, mit einem riesigen Heilstollen, und Sovata mit seinen preisgünstigen Wellness-Hotels sind einen Trip wert.

  • Die Transfagaraser Hochstraße ist für mich persönlich eines der Highlights in Rumänien. Die Transsilvanischen Alpen sind legendär! Einmal die Serpentinen einer der schönsten Pass-Straßen der Welt hinauf geschlängelt und durch den schwarzen Balea-Tunnel gefahren, erwartet Euch auf der anderen Seite der dunkle Gletschersee Balea mit seiner urigen Hütte. Einfach magisch!

  • Sighisoara: In der schmucken Weltkulturerbe-Stadt soll der sagenumwobene Graf Dracula geboren worden sein.

  • Bogdan: Diesen Zauber-Ort kennt jeder Einwohner der Region. Der Berg ist Ausflugsziel für viele Einheimische und ein echter Insidertipp für diejenigen, die das ursprüngliche Rumänien erleben möchten. Auf den Gipfel führt zwischenzeitlich eine Schotter-Straße. Am Ende Selbiger steht eine urige Bergbaude. Nebenan wurde ein kleiner Hochseil-Kletterpark errichtet und im Winter lässt es sich, dank eines Skiliftes prima Skifahren.



Ganznahdrantipp:

Das Erdely-Gebiet bezeichnet ein etwa 56000 km² großes Gebiet im südöstlichen Teil des Karpatenbeckens. Es ist in der Tat etwas ganz Besonders. Ähnlich wie in Deutschlands Sorben-Region, werden an den Schulen zwei Sprachen gelehrt: Rumänisch und Ungarisch. Das Volk wurde im Kommunismus stark unterdrückt. Es trotzte jedoch der jahrelangen Schikane und kultureller Unterdrückung in kommunistischen Zeit unter Ceausescu. Nach der Wende hat sich dieser Zustand zum Guten gewendet. Wohl deshalb sind die Erdelyer stolz und unbeugsam, mit einer großen Portion Traditionsbewusstsein.

Überall in den Weiten der Landschaft, wo sich Wald und grüne Wiesen abwechseln, seht Ihr große Schafherden. Die Hirten ziehen in den Sommermonaten mit den Tieren auf dem saftigen Weideland umher. Was so romantisch klingt, hat mir persönlich gehörig den Appetit auf den beliebten Schafskäse verdorben. Stellt Euch folgende Szenerie vor: Die Viehhirten haben sich provisorische, mit Folie überdachte, Buden zusammengezimmert. Rings um das Camp liegen Schafhinterlassenschaften en masse. Es stinkt zum freien Himmel, die Hirten ebenso. In den primitiven Zeltlagern verarbeiten die Schafhirten Milch. Ein ca. 14-Jähriger hält die Kippe lässig im Mundwinkel, während er den alten Kessel mit Schafsmilch über dem offenen Feuer rührt. Trillionen von Fliegen schwirren um den verbeulten Bottich und nicht wenige haben sich darin ertränkt. Ihr ahnt es - ich habe einige Jahre gebraucht, um wieder vorbehaltlos Feta essen zu können.


Lohnt es sich?

Seid Ihr Liebhaber von urwüchsiger Natur, nicht überlaufener Areale und bereit, Euch Back to basics zu bewegen? Dann ist Siebenbürgen der perfekte Erlebnis-Ort. An kaum einem anderen Platz in Europa ist die Landschaft noch so unverfälscht und naturbelassen. We like! Transsilvanien besteht den Ipftrotter Familienurlaubstauglichkeitstest.



Bleibt neugierig auf Natur-Berichte zur Region um Praid und freut Euch auf eine Tier-Begegnung der besonderen Art. Einen Besuch im heimeligen Dracula-Schloss in Bran wird Euch natürlich nicht erspart.




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